Bülent Ceylan – „KЯONK“

Vorpremiere von Bülent Ceylans neuem Programm „KЯONK

Capitol Mannheim, 01.02.2016

 

Vom 30.01. – 01.02.2016 präsentierte der weit über die Grenzen von Mannheim bekannte Kult-Comedian Bülent Ceylan sein neues Programm „kronk“ im Rahmen der Vorpremiere im Capitol Mannheim vor ausverkauftem Haus. Hockenheim-FM durfte am Montagabend (01.02.2016) Teil der knapp 670 Gäste beim nunmehr 10. Bühnenprogramm des seit 18 Jahren im „Lachmuskel-Business“ bekannten Mannheimers sein. Würden wir hier nun einen ausführlichen Bericht auspacken, käme es sicherlich gleich aus den Reihen der Fans „Halt die Gosch, isch will des ah noch sehä“. Bülent aber erlaubt uns sicher, euch mit ein wenig „kronk“ zu infizieren…der Abend bei ihm kann übrigens neuerdings über die Krankenkassen als Medizin abgerechnet werden 😉

Eigentlich will ja keiner von uns krank sein, gerade jetzt nicht, da das Aprilwetter zurzeit verstärkt dafür sorgt. Aber: „kronk“ – also „krank“ wie der in Zwangsjacke auf die Bühne kommende „Monnema Türk“ für alle Nicht-Mannheimer übersetzt –  ist viel mehr die Welt heutzutage. Alles wird immer extremer – das beschäftigt auch seine Freunde Harald, Hasan, Anneliese und natürlich Mompfred Bockenauer mit der „Bummbewasserzong“.

So weiß Harald, dass seine neuste Errungenschaft Bettina zwar hübsch, dennoch aber keine Frau für ihn ist. Denn Harald ist Fleischfresser, Bettina überzeugte Pflanzenfresserin: „Salamisten und Salatisten, das geht einfach nicht“.

Hasan, der „anatolische Hengst“ und „Supertürk“, hat so seine Erfahrungen mit dem extremen Fitness-Hype gemacht. Anneliese quietscht und brummt sich neuerdings mit Contenance als „esoterische Kosmetikerin“ durchs Leben, während Mompfred Bockenauer sich mit den Eigenarten der Verwandtschaft aus Dresden rumschlägt.

 

Nicht zu vergessen die Facebook-Sucht. Der Neu-Vierziger erinnert sich hierzu an früher und fragt zu Recht: „Seid ihr früher 30 – 40 Mal am Tag zum Briefkasten gelaufen?“ oder „Habt ihr ständig eure Leute angerufen und gesagt, was ihr gerade macht?“. Hierzu packt der überzeugte“ Metaller“ dann doch glatt auch völlig atypisch einen „Facebook-Rap“ aus –der „Türk is ewe kronk“ J.

 

Und kennt ihr eigentlich „Siri“, den Sprachassistent für das iPhone? Spätestens durch die Show lernt man, dass ein Computerprogramm keine persönlichen Gespräche ersetzen kann. So würde „Siri“ zwar Bülent Ceylan vielleicht küssen, aber auf die Frage „Willst Du mit mir schlafen?“ ist „Siri“ wenig begeistert: „Nicht wirklich.“.

Vielleicht war das aber auch nur die Rache von „Siri“, weil dieser sie nicht in Ruhe ließ, nachdem sie schon bei seinem iPhone streikte und  das iPhone von Zuschauer Thorsten kurzerhand herhalten musste.

 

All diese Krankheiten schreien förmlich nach der Medizin des Mannheimer Comedians, denn eines ist für ihn völlig klar „Wir dürfen uns von diesen scheiß Terroristen niemals das Lachen nehmen lassen!“.

Und genau hier spielt er wieder auf die für ihn schlimmste Krankheit dieser Zeit an – die „Seuche Fremdenfeindlichkeit“. Wie ein roter Faden zieht es sich durch das Programm und macht deutlich, dass der „Monnäma Türk“ nicht nur Wortspiele par excellence zu allen möglichen gesellschaftlichen Irrwegen und Aktionen kennt, sondern auch sehr wohl politisch und kämpferisch sein kann. Er selbst macht dann doch auch seine eigenen Erfahrungen hiermit. So wird er doch mittlerweile des Öfteren gefragt „Bist Du Türke oder Flüchtling?“. Aber Bülent wäre nicht Bülent, wenn er hier nicht direkt einen Lacher auspacken würde: „Ich bin Monnema, Du Depp.“.

 

Mit dieser Reaktion verdeutlicht er nochmals ganz klar seine Medizin für diese sich schnell ausbreitende Krankheit:  „Respekt, Menschlichkeit und Akzeptanz“. Er lässt jedoch nicht ungesagt, dass seine Akzeptanz auch eine Grenze hat und so wundert es nicht, dass sein Song „Arsch der Welt“ nicht nur harte Heavy  Metal-Töne raushaut, sondern eine klare Ansage macht: „Nazis raus!“.

 

Dass er aber auch die sanfteren Töne kann, zeigt er mit seinem Song „Nimm ein Kind an die Hand“ ebenso wie bei Gabriel, dem 8-jährigen Gast, der zu ihm auf die Bühne durfte, um eine seiner Rollen zu übernehmen. Als er jedoch die Kette von „Hasan“ umgelegt hatte und einmal Macho spielen durfte, verließ ihn offensichtlich der Mut. Auch Zuspruch von Werner, dem in die Rolle der „Anneliese“ geschlüpften Gast, half da nichts. Bülent schaffte es jedoch wieder, Gabriel ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern, in dem er einfühlsam war und ihm (so wie auch „Anneliese“ alias Werner) ein Geschenk aus dem Merchandise-Bereich versprach.

 

Unser Fazit:

Der „Monnema Türk“ ist „äfach kronk“…aber dafür lieben und feiern ihn die Fans und erlauben ihm auch die deutlichen politischen Ansagen, die sich wie ein roter Faden durch das neue Programm ziehen. Bülent Ceylan verdeutlicht wieder einmal, dass er für jeden Spaß zu haben ist und selbst wenn mal etwas nicht so wie im Programm läuft, er doch total Profi und flexibel ist und sich dabei verbal auch noch selbst auf die Schippe nimmt. Zum Glück für uns war es ein Heimspiel für Bülent und so konnten wir mit all den Gags, die man nur in „Monnem“ versteht, zusätzlich noch kräftig unsere Lachmuskeln trainieren.

Aber eine kleine Kritik sei uns dennoch gestattet: „Alda Vadda, Türk, do hosch awa än Rap nausghaut. Für uns awa bisch du äfach dä „Metaller“ und des finnä ma viel bessa.“

 

Für euch, liebe Hörer von Hockenheim-FM, bleibt uns nur eines noch zu sagen: Geht schnell in unseren Ticket Shop und kämpft um die letzten noch übrigen Karten für „kronk“. Ihr werdet es nicht bereuen – denn Lachen ist die Medizin und hier gibt’s diese in der Überdosis.

 

Bilder findet ihr in unserer Galerie

Bericht: Nicole H. (Hockenheim-FM) Fotos: Dannie Z. (Hockenheim-FM

 

 

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