KRAFTKLUB – Keine Nacht Für Niemand Tour 2018

KRAFTKLUB
„Keine Nacht Für Niemand Tour“ 2018

FABER als Support am 10. März 2018 in der Maimarkthalle Mannheim

(Mannheim, 11.01.2018). Auf seinem Debütalbum ,,Sei ein Faber im Wind“ verwandelt der Zürcher Songschreiber FABER vermeintlich Profanes in Wahrhaftigkeit. FABER ist keiner, der über das Leben singen würde, ohne überhaupt gelebt zu haben. Das macht seine Musik so wertvoll. Am 10. März 2018 unterstützt er KRAFTKLUB als Support in der Maimarkthalle Mannheim.

Wir leben in verlogenen Zeiten. Und deshalb brauchen wir jetzt unbedingt ein Album, das mit folgenden Worten beginnt: „Es ist so schön, dass es mich gibt“. Also Musik, die sagt: Erzähl mir doch nichts! Infantile Poesiealben-Weisheiten, Kalenderblattphilosophie, die Geschwätzigkeit der sozialen Netzwerke – alles Quatsch! „Bleib dir nicht treu“, „sei niemals du selbst“ und vor allem: „Halt dich an keiner Regel fest“. Insofern ist es sehr gut, dass es dieses Album jetzt gibt: „Sei ein FABER im Wind“ enthält alle hier zitierten Zeilen und noch viel mehr. Es ist die beste Songschreibermusik, die seit Langem auf Deutsch getextet wurde. Ein Affront gegen die Verbrämung von Sprache in schmutzigen Zeiten. Der Zürcher Songschreiber FABER singt „ficken“ und „blasen“, er nennt einen Song „Brüstebeinearschgesicht“ und lässt den Protagonisten „im Stehen pissen“. Ganz klar: FABER ist keiner für Leute, die bei FABER an Sekt denken und Max Frisch nie gelesen haben. Insofern stimmt es auf jeden Fall: Es ist wirklich schön, dass es ihn gibt. Und dass der eingangs zitierte Song – „Wem du’s heute kannst besorgen“ – später eine ganz andere Wendung nimmt, dass hier ganz generell nichts so ist, wie es auf den ersten Blick erscheint, sondern meist viel klüger und variantenreicher: das macht die FABERmusik dann erst so richtig interessant. Doch der Reihe nach: Schon immer hatte FABER eine ganz genaue Vorstellung, was er mit seinem Leben anfangen wollte. Der als Jimmy Ragusa vor 23 Jahren geborene Musiker ist italienischer Abstammung, wuchs aber in Zürich auf, also einer Stadt, die Geld über alles stellt und Standesdünkel pflegt wie keine andere, was später noch wichtig wird. Bereits der Vater macht Musik, aber die in der Schweiz weit verbreitete musikalische Früherziehung interessiert den jungen FABER nicht. Er will lieber gleich was Richtiges machen. Und als sich mit zwölf die Möglichkeit ergibt, sich einer Band anzuschließen, ist er sofort dabei. Er, der vorher noch nie einen Bass in der Hand hatte, spielt nun Bass. FABER gibt Konzerte mit der Band, beginnt ungefähr mit 15 Jahren parallel eigene Songs zu schreiben und macht irgendwann Abitur. Allerdings nicht, um zu studieren: „Ich wusste sowieso, dass ich nicht arbeiten möchte“, sagt er. „Nach der Schule war klar: Es gibt keinen Plan-B, ich muss einfach nur genau das hier machen, nichts Anderes.“ „Das hier“ war Musik. Und weil die anderen aus der Band die Dinge langsamer angehen wollten als er, war die Band plötzlich nicht mehr das Richtige. Die  anderen wollten studieren, suchten Sicherheit. FABER suchte das Abenteuer. Er hatte keine Zeit und keine Geduld, es ging sofort um alles. Die erste EP finanziert er noch mit Crowdfunding, ein Jahr später folgt bereits eine zweite, es geht jetzt immer schneller. FABER ist Einzelkämpfer, kümmert sich um alles selbst, spielt auf Einladung im Vorprogramm von AnnenMayKantereit, lernt die richtigen Leute kennen. Irgendwann ist es soweit: Das erste Album steht an. Zwangsläufig lässt FABER nun andere Leute in sein musikalisches Reich. Einen Produzenten, eine Plattenfirma und so weiter. Künstlerische Autonomie bedeutet ihm alles, doch diesbezügliche Sorgen erweisen sich als unbegründet, als FABER den Produzenten Tim Tautorat trifft und sich auf Anhieb wunderbar mit ihm versteht. Im Verlauf eines ersten Kennenlernabends kommen die beiden sich näher, danach ist FABER sicher: das ist der ideale  Mann! „Wir haben im Prinzip alles so gemacht, wie ich es machen wollte“, sagt er zu den Aufnahmen von „Sei ein FABER im Wind“. „Aber wenn Tim Kritik geäußert oder Verbesserungsvorschläge gemacht hat, hatte er jedes Mal Recht.“ Aufgenommen wurde „Sei ein FABER im Wind“ in den legendären Berliner Hansa Studios. Allerdings nicht wegen David Bowie oder U2, sondern weil Tautorat (Herbert Grönemeyer, Manic Street Preachers u.a.) dort ohnehin sein Studio unterhält. FABERs Ziel: Den Spirit der ausgefeilteren ersten mit dem der ziemlich roh produzierten zweiten EP zusammenzuführen. Man kann sagen: das ist ihm gelungen. Und mehr als das: „Sei ein FABER im Wind“ bringt erstmals alles auf den Punkt, worum es in dieser Musik geht, und das ist eine ganze Menge. So zapft FABER Quellen an, die sonst niemand im aktuellen deutschsprachigen Pop kennt, zumindest nicht in dieser Altersgruppe. FABER ist mit den alten sizilianischen Volksliedern aufgewachsen, er liebt Trubači, die coolen Chanson-Franzosen, Polka, aber auch Folk und Nuancen aus den alten amerikanischen Stilen, bisweilen blitzt eine Slide auf. Man denkt an Francesco Paolo Frontini, Jacques Brel, Georges Moustaki oder an Fabrizio de André, dessen Spitzname ebenfalls FABER war. Das Verdienst des FABERs, um den es hier geht, ist nun, dass er all diesen Einflüssen die distinguierte Rotweinseligkeit austreibt und sie auf die Straße zerrt, wo sie herkommen und hingehören. FABER baut immer wieder Brüche ein, ein desparates Element, eine gewisse Tomwaitshaftigkeit. Er überführt diese Stile in den Pop, unter seiner Hand vereinen sie sich zu einem hochindividuellen, ganz neuen Genre: FABERmusik.

About the author: Kerstin

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